19.10.2011

Selbstständigkeit und Freiberufler in der Pflege als neuer Trend

Ein Pflegekräftemangel herrscht heute bereits überall. Nun geht ein neuer Trend in der Pflege zum freiberuflichen Pfleger, der durch Agenturen sofort an offene Stellen vermittelt werden kann und flexibel aushilft. Viele Stationen und Heime nehmen diesen Service gerne in Anspruch. Denn derzeit fehlen rund 30.000 Fachkräfte in der Kranken- und Altenpflege, erklärt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste. Bis zum Jahr 2025 könnten es mehr als 150.000 sein.

Johannes Mock ist einer dieser Fachkräfte, der vom Pflegenotstand in Deutschland profitiert und je nach Auftragslage in unterschiedlichen Einsatzgebieten arbeitet. Nach seiner Ausbildung zum Pflegehelfer fand der 37-Jährige sofort eine Vermittlungsagentur, die ihn unter Vertrag nahm. Nun arbeitet er schon mehrere Monate – „mal hier mal dort, mal mehr, mal weniger“, sagt er. Allerdings setzt der sofort einsetzbare, freiberufliche Krankenpfleger eine hohe Flexibilität voraus. Ein häufiger Wechsel der Arbeitsstätten ist Alltag für Johannes Mock, der früher als festangestellter Haushandwerker bei einer großen Firma gearbeitet hat.

Abwechslung und Spannung

Aber haben nicht auch andere Freiberufler wie Grafiker oder Redakteure ständig verschiedenste Kunden und Einsatzgebiete? Jeder Auftrag ist anders. Echtes Leben umgibt ihn heute, Menschen die ihn dringend brauchen und sich über seine Arbeitskraft freuen. „Ständiger Wechsel und immer wieder Neues sorgen auch für eine gewisse Spannung“, kommentiert Johannes Mock, „Abwechslung, die meist in jahrelangen Tätigkeiten beim gleichen Arbeitgeber schnell verloren geht“.

Genau das macht Freiberufler für die Pflegeheime so attraktiv. Weniger Ausfälle durch Krankheit und kein bestehender Kündigungsschutz kommen dazu. Zwar liegen die Brutto-Stundenlöhne häufig höher als beim Stammpersonal, dafür fallen keine Lohnnebenkosten an. Freiberufler werden kurzfristig gebaucht, wenn sie gebraucht werden, wie in einem Spiegelartikel zu lesen ist. Selbständigkeit könnte bei Fachkräften ein Trend werden, doch in erster Linie soll im Interesse der Gepflegten gehandelt werden. Und diese wünschen sich Kontinuität und langfristiges Vertrauen.

Ein Auszubildender in der Pflege hat gute Arbeitsmöglichkeiten (Quelle: www.planet-beruf.de)

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